Alte Videokassetten gehören nicht in den Hausmüll und auch nicht in den gelben Sack. VHS-, Hi8-, MiniDV- und andere Videokassetten sind klassischer Elektroschrott beziehungsweise Restmüll mit Sonderabgabestelle – und Sie geben Sie am besten am Wertstoffhof oder in einer Sammelstelle für Elektronikkleingeräte ab. Bevor Sie Ihre Kassetten wegwerfen, lohnt sich oft ein zweiter Blick: Auf vielen alten Bändern stecken Familienaufnahmen, die sich sonst für immer verlieren.
Wohin mit alten Videokassetten?
Die kurze Antwort: Wertstoffhof oder Elektroschrott-Sammelstelle. Videokassetten sind zwar zum überwiegenden Teil Plastik, enthalten aber magnetisches Bandmaterial mit Metalloxidbeschichtung sowie ein kleines Federmechanik-System. Damit fallen sie nach dem deutschen Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) nicht in klassischen Elektroschrott, werden aber trotzdem nicht sauber recycelt – und gehören daher nicht in den gelben Sack.
Ihre drei Optionen im Überblick:
- Wertstoffhof / Recyclinghof: Kostenlose Abgabe für Privatpersonen. In den meisten Städten in der Kategorie „Restmüll“ oder „Sperrmüll Klein“.
- Elektronikhandel: Händler mit einer Verkaufsfläche über 400 m² sind zur Rücknahme alter Elektronikgeräte verpflichtet. Videokassetten fallen nicht immer darunter – am besten nachfragen.
- Restmüll (in kleinen Mengen): Einzelne Kassetten dürfen laut den meisten kommunalen Satzungen auch im Restmüll (graue Tonne) entsorgt werden, sollten dort aber die Ausnahme bleiben.
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Sind Videokassetten Restmüll oder Sondermüll?
Videokassetten sind kein Sondermüll. Sie enthalten keine gefährlichen Stoffe wie Batterien oder Quecksilber. Es sind aber auch keine sauberen Verpackungswertstoffe – das Gehäuse besteht meist aus ABS-Kunststoff, das Band aus einem Polyester-Trägermaterial mit Eisenoxid- oder Metall-Partikeln.
Die Einordnung variiert je nach Kommune:
- München: Videokassetten gelten als Restmüll. Abgabe am Wertstoffhof ist erwünscht, Hausmüll aber erlaubt.
- Berlin: BSR empfiehlt Wertstoffhof oder Sperrmüll.
- Hamburg: Stadtreinigung listet Videokassetten unter „Restabfall“ – nicht in den gelben Sack.
- Köln: AWB nimmt Kassetten am Recyclinghof an.
Für größere Mengen (über 20–30 Kassetten) gilt überall die gleiche Empfehlung: Wertstoffhof. Private Entsorger wie Rhenus oder REMONDIS nehmen auch Großmengen, allerdings kostenpflichtig.
Kann man Videokassetten recyceln?
Das Band selbst kann nicht sinnvoll recycelt werden. Die magnetische Beschichtung und die Kunststoff-Träger-Kombination sind für Recycling-Anlagen zu komplex und zu kleinteilig.
Was recycelt werden kann:
- Kassettengehäuse (ABS/Polystyrol): Kann zu Granulat verarbeitet und für neue Produkte genutzt werden.
- Metall-Teile: Federmechanik, Rollen und Schrauben werden in der Metall-Aufbereitung abgetrennt.
- Papier-Label: Wird bei der Zerkleinerung abgetrennt und mit verbrannt.
Was verbrannt wird: Das Magnetband selbst landet in der thermischen Verwertung (Müllverbrennung). Die darin enthaltene Energie wird als Fernwärme oder Strom zurückgewonnen.
Fazit: Videokassetten werden in Deutschland zu weniger als 30 % stofflich recycelt. Der Rest landet in der Müllverbrennung. Das ist ökologisch besser als Deponie, aber kein geschlossener Kreislauf.
Videokassetten im Hausmüll entsorgen – ist das erlaubt?
Ja, in kleinen Mengen. Solange es um einzelne Kassetten geht und nicht um ganze Kisten, ist die Entsorgung in der grauen Restmülltonne in den meisten Bundesländern rechtlich zulässig.
Aber beachten Sie:
- Nicht in den gelben Sack – Videokassetten sind keine Verkaufsverpackung.
- Nicht in den Papiermüll – auch das Papieretikett macht sie nicht zu Papier.
- Nicht in den Biomüll – erklärt sich von selbst.
- Nicht in die Natur – die Kunststoffe brauchen Jahrhunderte zum Zerfall.
Faustregel: Bis zu 10 Kassetten → Restmüll ist OK. Mehr als 10 → Wertstoffhof.
Videokassetten verkaufen statt entsorgen
Bevor Sie Ihre Kassetten in den Müll werfen, lohnt ein Blick auf eBay Kleinanzeigen, Kleinanzeigen.de oder discogs.com (für Musik-Mitschnitte auf Video):
Was hat Sammlerwert?
- Disney VHS-Kassetten aus den 1990ern (einzelne Titel bis 50 €).
- Originalverschweißte VHS-Filme aus den Anfangsjahren (1978–1985).
- Konzert-Mitschnitte von nicht digital veröffentlichten Künstlern.
- Japanische Importe und NTSC-Kassetten.
- Betamax-Kassetten aus den 1970ern (Sammlerstücke).
Was keinen Wert mehr hat:
- Fernsehmitschnitte der 2000er
- Werbeclips und Beilagen
- Bespielte Leer-Kassetten
- Privat aufgenommene Urlaubsvideos (außer für Sie selbst – dazu unten mehr)
Videokassetten an der Annahmestelle abgeben
In München und Umgebung bietet der AWM (Abfallwirtschaftsbetrieb München) 12 Wertstoffhöfe an, an denen Videokassetten kostenfrei abgegeben werden können. Die nächstgelegene Sammelstelle finden Sie über die AWM-Standortsuche.
Was mitnehmen:
- Personalausweis (für den Nachweis der Stadt-Zugehörigkeit)
- Videokassetten in einer Box oder Tüte (nicht einzeln)
Was ist kostenlos: Haushaltsübliche Mengen (bis etwa eine Umzugskiste).
Was kostet Geld: Große Mengen aus Auflösungen (Nachlass, Firma) und gewerbliche Entsorgung.
Bevor Sie entsorgen: Was ist auf den Kassetten?
Das ist der entscheidende Schritt. Viele Menschen werfen Videokassetten weg, ohne zu wissen, was darauf gespeichert ist. Im Schnitt steckt auf jeder dritten Privat-Kassette einzigartiges Bildmaterial, das es nirgends sonst gibt:
- Geburten und erste Schritte der eigenen Kinder
- Hochzeiten, Taufen und Konfirmationen
- Familienurlaube der 1980er und 1990er
- Feiern und Geburtstage verstorbener Verwandter
- Schulaufführungen und Kinderballett
- Vereinsfeste und Sportveranstaltungen
Sobald das Band einmal im Restmüll ist, sind diese Erinnerungen für immer verloren.
Magnetbänder zersetzen sich außerdem von selbst – nach 20 bis 30 Jahren sind viele Kassetten aus den 1990er Jahren bereits stark degradiert und kaum noch abspielbar. Wer heute handelt, rettet noch rechtzeitig.
Die drei Schritte vor dem Wegwerfen:
- Beschriftung lesen. Was steht auf dem Rücken? Auch unbeschriftete Kassetten können wertvolles Material enthalten.
- Kurz abspielen (wenn Gerät vorhanden). Spulen Sie einmal kurz rein.
- Im Zweifel aufbewahren oder digitalisieren lassen – für deutlich weniger Geld, als viele denken.
Videokassetten digitalisieren statt entsorgen
Statt das Band im Müll zu entsorgen, lassen sich die Aufnahmen als MP4-Videodatei auf USB-Stick, Festplatte oder in der Cloud sichern. Die Kassette selbst können Sie danach trotzdem entsorgen – aber die Erinnerung bleibt.
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Der Ablauf:
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- DHL-Abholung oder persönliche Abgabe in München
- Bearbeitung im Fachlabor – Bandkopf-Pflege, manuelle Prüfung, Qualitätskontrolle
- Lieferung der digitalen Datei + Original-Kassetten zurück
➤ Weiter zu: VHS digitalisieren lassen oder Videokassetten digitalisieren lassen
Häufig gestellte
Fragen
Noch weitere Fragen?
Schreiben Sie uns!
Darf ich Videokassetten in den gelben Sack werfen?
Nein. Videokassetten gelten nicht als Verkaufsverpackung und gehören daher nicht in den gelben Sack oder die gelbe Tonne. Sie landen stattdessen im Restmüll oder am Wertstoffhof.
Wo kann ich große Mengen VHS-Kassetten entsorgen?
Bei mehr als 10–20 Kassetten ist der kostenlose Wertstoffhof die beste Option. Bei sehr großen Mengen (hunderte Kassetten aus einer Wohnungsauflösung) bieten private Entsorger wie REMONDIS kostenpflichtige Abholung an.
Sind Videokassetten Elektroschrott?
Nein, Videokassetten fallen nicht unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Sie enthalten keine Elektronik, sondern nur ein magnetisches Band und eine einfache Federmechanik.
Kann ich eine alte Kassette auch zerstören, bevor ich sie wegwerfe?
Ja, bei sensiblen Inhalten wie privaten Aufnahmen können Sie das Band zerschneiden oder die Kassette zerbrechen. Das ändert aber nichts am Entsorgungsweg – die Teile landen weiterhin im Restmüll oder am Wertstoffhof.
Lohnt sich Digitalisieren auch bei 30 Jahre alten VHS-Kassetten?
In den allermeisten Fällen ja. Solange das Band nicht sichtbar beschädigt oder verschimmelt ist, lässt sich auch bei älteren Kassetten noch ein brauchbares Bildsignal extrahieren. Je älter eine Kassette, desto dringender wird die Digitalisierung – Magnetbänder zersetzen sich mit der Zeit.






